„In Gedenken – in Gedanken“

Bundesweiter Tag des Friedhofs vom 17. bis 18. September

Der Friedhof ist ein Ort der Ruhe und Begegnung. Foto: GdF/BdF

19.09.2022

Alle zwei Jahre gibt es ein neues Motto zum Tag des Friedhofs. Für die Jahre 2022 und 2023 steht der Tag des Friedhofs unter dem Motto „In Gedenken - in Gedanken“.

Das Motto soll am „Tag des Friedhofs“ erinnern lassen, die Würde des Menschen als elementar begreifen, auch über den Tod hinaus.

Effizienz, Flexibilität und Mobilität – Wörter welche die aktuelle Zeit und Gesellschaft beschreiben. Doch treffen sie wirklich die Bedürfnisse, Wünsche und Hoffnungen der Menschen? Die heutige Gesellschaft ist an Schnelllebigkeit kaum zu überbieten – bietet sie Trauernden auch den Raum und die Zeit für die Erinnerung an den Verstorbenen? Diese und ähnliche Fragen greift der Tag des Friedhofs auch in diesem Jahr auf.

Friedhofskultur stärken

Zahlreiche Städte und Gemeinden beteiligen sich Jahr für Jahr am dritten Septemberwochenende am „Tag des Friedhofs“. Zahlreiche Aktionen zeigen die Geschichte und Tradition einer gewachsenen Friedhofskultur vor Ort auf und bieten die Gelegenheit, sich dem Thema Friedhof mit unterschiedlichen thematischen Schwerpunkten zu nähern. Neben den Bereichen der Religion, Kultur und Historie sind der Dialog und das lebendige Miteinander weitere wichtige Elemente des „Tag des Friedhofs“.

Friedhöfe sind ganz besondere Orte. Man kann dort nicht nur trauern und Trost finden – Friedhöfe bieten Ruhe und Raum zum Entspannen, lassen Menschen Hoffnung schöpfen und neuen Mut gewinnen. Trauernde finden hier einen geschützten Rahmen, um sich von den Verstorbenen zu verabschieden und um ihrer zu gedenken. Durch den Umgang mit Blumen und Pflanzen kann die Trauer besser verarbeitet werden, positive Gefühle, wie Wohlbefinden, Entspannung und Heimatgefühl können durch die Bewegung im „Grünen Kulturraum Friedhof“ ausgelöst werden.

Stille Orte für Ruhe, Trauer und Erholung. Foto: stockpics/StockAdobe
Stille Orte für Ruhe, Trauer und Erholung. Foto: stockpics/StockAdobe

Das Ziel des aktuellen Mottos ist, dass ältere Generationen und auch deren Kinder und Enkelkinder den Friedhof als schöne Begräbnis- und Erinnerungsstätte kennenlernen, wahrnehmen und besuchen. Friedhöfe sind zeitlos

Ins Leben gerufen wurde der „Tag des Friedhofs“ 2001 vom Bund deutscher Friedhofsgärtner im Zentralverband Gartenbau gemeinsam mit den bundesweit tätigen Friedhofsgärtnern, Steinmetzen, Bestattern, Floristen, den Städten und Kommunen sowie Religionsgemeinschaften und Vereinen. Seitdem entwickelte sich dieser Aktionstag zu einem viel beachteten Event.

Jeweils am dritten Septemberwochenende nehmen tausende Menschen an Aktionen zum Thema „Friedhof“ teil.

Geführte Friedhofsrundgänge, Diskussionen zu friedhofsrelevanten Themen, Ausstellungen mit verschiedenen Schwerpunkten sowie kulturelle Veranstaltungen mit Musik und Literatur haben dabei immer ein Ziel: Die Bedeutung des Friedhofs als Ruhestätte, Ort der Trauerbewältigung, Erholungs- und Lebensraum soll den Menschen wieder näher gebracht, der Umgang mit den Themen Tod und Trauer enttabuisiert werden. Die Gestaltung dieses Tages liegt dabei in den Händen der einzelnen Städte und Gemeinden. Vor Ort schließen sich Friedhofsgärtner, Bestatter, Steinmetze, Floristen, Friedhofsverwaltungen, Religionsgemeinschaften sowie Initiativen und Vereine zusammen, um ihre Ideen zum jeweiligen Tag des Friedhofs umzusetzen.

Spektrum darstellen

Es gibt kaum eine bessere Möglichkeit, die Bürger für die zahlreichen Funktionen des Friedhofs und deren Bedeutung für die Menschen zu sensibilisieren. Generationsübergreifend können das gesamte Spektrum des Friedhofs und seine Bedeutung dargestellt werden:

Friedhof als Ort der Trauer, Friedhof als Ort für Verstorbene, Friedhof als Ort der Ruhe, Friedhof als Ort der Erinnerung, Friedhof als grüne Oase, Friedhof als Treffpunkt, Friedhof als Ort der Kunst und Kultur, Friedhof als Ort der Lokalgeschichte, Friedhöfe haben viel zu bieten. Sie sind ein Teil des Städte- und Gemeindelebens. Und das gilt für alle Generationen. Gerade für Kinder ist es spannend, sich bei altersgerechten Aktionen am Tag des Friedhofs mit dem Tod als Bestandteil des Lebens auseinanderzusetzen.

Sie lernen den Friedhof dadurch auch als einen Ort des Lebens kennen. Kinderprogramme haben deshalb einen besonderen Stellenwert. bdf