Pflegebedürftigkeit: So lässt sich der Alltag organisieren

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Neue Situationen meistern

Das Thema Pflege muss kein Buch mit sieben Siegeln bleiben. Dafür sorgen diverse Beratungsangebote. Foto: djd/Axa/Getty Images/PIKSEL

Ein plötzlicher Pflegefall in der Familie trifft die Angehörigen meist überraschend, häufig macht sich zunächst einmal Ratlosigkeit breit. Woran muss zuerst gedacht werden? Wer sollte informiert werden? Wo gibt es die notwendigen Formulare? Und auf welche rechtlichen Feinheiten ist zu achten? Danach muss der Pflegealltag organisiert und finanziert werden: Kann der Pflegebedürftige in seiner gewohnten Umgebung bleiben und häuslich betreut werden oder ist ein geeignetes Pflegeheim nötig? Hier sind Informationen zu einigen wichtigen Punkten.

Einstufung in den Pflegegrad

Finanzielle Hilfe erleichtert die Betreuung von Pflegebedürftigen. Welche Leistungen gewährt werden, ist abhängig vom Pflegegrad. Die Spanne reicht von Pflegegrad 1, einer geringen Beeinträchtigung der Selbstständigkeit, bis hin zu Pflegegrad 5, einer schwersten Beeinträchtigung der Selbstständigkeit mit besonderen Anforderungen an die pflegerische Versorgung. Nachdem der Antrag bei der Pflegekasse beziehungsweise - versicherung eingegangen ist, wird eine qualifizierte Begutachtung beauftragt. Der Gutachter stellt bei einem Hausbesuch die Pflegebedürftigkeit fest und gibt eine Empfehlung zur Einstufung in einen Pflegegrad. Dabei werden körperliche, geistige wie auch psychische Einschränkungen gleichermaßen erfasst. Wird der Antrag abgelehnt oder man ist mit der Einstufung unzufrieden, muss innerhalb von vier Wochen Zeit Widerspruch eingelegt werden.

Fällt die Entscheidung zugunsten einer häuslichen Pflege durch die Angehörigen, kommen auf diese Menschen große körperliche und seelische Herausforderungen zu. Der Alltag des pflegenden Partners oder der Partnerin gestaltet sich komplett neu, betreuende Kinder müssen Beruf und oft genug auch ihre Partnerschaft anders organisieren. Schnell kann man sich da überfordert oder am Rande der Leistungsfähigkeit fühlen. Für diesen Fall gibt es viele Hilfsangebote von außen.

 Zusätzlich sollte man auch seinen gesetzlichen Anspruch nutzen und sich bei einer örtlichen Pflegeberatungsstelle oder bei der Compass privaten Pflegeberatung informieren. Diese Stellen bieten Rat und Hilfe bei allen Fragen rund um die Organisation der Pflege und um Leistungsansprüche. Getragen werden die Stellen in der Regel von der jeweiligen Kommune oder von Pflegediensten. djd

Große Reifen und Pinguin-Gang

Mit dem Rollator sicher durch den Winter kommen

Mit einem Rollator kommt man auf verschneiten Gehwegen oft nur beschwerlich voran. Etwas leichter wird es aber, wenn die Räder einen möglichst großen Durchmesser haben, mit Luft gefüllt sind und Profil haben, erläutert die Deutsche Verkehrswacht.

Doch was lässt sich machen, wenn ein Rollator nur vergleichsweise kleine, unprofilierte Rollen hat - kann man die Räder dann wechseln? Dem Experten Michael Hubert ist zumindest kein Modell bekannt, bei dem ein Radwechsel "grundsätzlich unmöglich ist". Bei manchen Rollatoren sitzen die Räder auf Steckachsen und könnten mit wenigen Griffen getauscht werden, erklärt der Fachmann von der Agentur Barrierefrei NRW. Bei Schraubachsen sei der Tausch aufwendiger.

Die Frage ist jedoch, ob überhaupt profilierte Reifen als Alternative zur Verfügung stehen, ob auch größere Reifen auf das Modell passen und wie viel so ein Reifensatz kostet. Hubert kennt ein Beispiel, bei dem vier Offroad-Reifen mit rund 100 Euro zu Buche schlagen.

Frank Leyhausen von der Deutschen Seniorenliga verweist auf spezielle Outdoor-Rollatoren als Alternative: "Die haben per se einen größeren Reifendurchmesser." Wer viel draußen unterwegs ist, profitiert generell davon, weil sie zum Beispiel im Matsch besser vorankommen.

Der Rollator ist aber nicht alles, um sicher voranzukommen, auch ihre Nutzer sind gefragt. Sie sollten festes Schuhwerk mit Profilsohle tragen, rät die Verkehrswacht. Bei Glatteis seien Spikes ratsam, die über die normalen Schuhe gezogen werden könnten. Damit man immer einen sicheren Griff hat, sollte die Hände warmgehalten werden. Das Sturzrisiko lässt sich zusätzlich mit dem sogenannten Pinguin-Gang senken, rät Leyhausen. Dabei setzt man die Schuhfläche immer komplett auf, man rollt beim Gehen also nicht wie gewohnt ab. Das Körpergewicht liegt immer auf dem Fuß, der gerade vorne ist. So watschelt man, ähnlich wie ein Pinguin, zwar langsam, aber sicherer über den rutschigen Untergrund.

Generell gilt natürlich: Es ist immer sicherer, so lange zu warten, bis die Wege vom Winterdienst freigeräumt und gestreut worden sind. mag


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