Eine ungewöhnliche Amtszeit

Interview mit VG-Weinkönigin Lea Malkmus

Lea Malkmus Archivfoto: pakalski- press/Axel Schmitz

22.04.2022
Die Krönung von Lea Malkmus durch ihre Vorgängerin Anna Glöckner fand bedingt durch die Pandemie nur im kleinen Rahmen statt. Foto: pakalski-press/Axel Schmitz
Die Krönung von Lea Malkmus durch ihre Vorgängerin Anna Glöckner fand bedingt durch die Pandemie nur im kleinen Rahmen statt. Foto: pakalski-press/Axel Schmitz

Im März 2021 wurde die Offenheimerin Lea Malkmus zur neuen Weinkönigin der Verbandsgemein- de Alzey-Land gewählt. Bedingt durch die Pandemie wird sie dieses Amt auch noch dieses Jahr bekleiden. Im Interview spricht sie über ihre ungewöhnliche Amtszeit, auf was sie sich im Jubiläumsjahr der VG besonders freut und welcher Wein bei ihr am liebsten ins Glas kommt.

Wie haben Sie Ihre bisherige Amtszeit empfunden?

Meine Amtszeit ist schon alles andere als üblich gestartet. Normalerweise gibt es das große VG- Weinfest mit der Krönungszeremonie. Das war bei mir nicht so, sondern im deutlich kleineren Rahmen einer Online-Weinprobe. Und die Pandemie-Situation hat dafür gesorgt, dass es auch nicht wie gewohnt weiterging. In den Anfangsmonaten gab es kaum Termine, Richtung Herbst/Winter dann aufgrund der gestiegenen Infektionszahlen gar keine mehr. Jetzt wird es langsam wieder ein bisschen mehr. Es war trotzdem eine schöne Zeit. Die Termine, die stattfan- den, haben mir sehr viel Spaß gemacht. Ich konnte viele neue Menschen kennenlernen und mich intensiv über Wein austauschen. Es ist genau das, was ich machen wollte, auch wenn es bislang zu wenig war.

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Nun ist das Ende Ihrer Amtszeit noch nicht erreicht, sie wurde um ein Jahr verlängert. Wie ist es dazu gekommen?

Ich hatte mir Anfang des Jahres schon überlegt, auf die Verbandsgemeinde zuzugehen und zu fragen, ob ich aufgrund der besonderen Umstände nicht noch länger im Amt bleiben kann. Aber dann ist man mir bei der VG zuvorgekommen. Bürgermeister Steffen Unger sah es auch so, dass das Jahr als Weinkönigin nicht so war, wie man sich das eigentlich vorstellt. Deshalb sollte ich um ein Jahr verlängern und da habe ich natürlich sofort zugesagt. Das musste dann noch mit dem zuständigen Ausschuss abgeklärt werden, aber dort haben auch alle dafür gestimmt. Ich bin sehr glücklich, dass es jetzt noch weitergeht.

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Worauf freuen Sie sich in den kommenden Monaten?

Auf jeden Fall auf das Weinfest der Verbandsgemeinde, dass im Juni wieder wie gewohnt stattfinden soll. Das ist ein Highlight des Jahres. Auch auf die Kerben, die hoffentlich wieder so stattfinden, wie man es kennt, freue ich mich sehr. Der Festakt zum 50. Geburtstag der Verbandsgemeinde steht natürlich auch schon seit Langem in meinem Kalender.

Die Feste gehören zur Rheinhessischen Lebensart dazu. Wie sehr hat das in den vergangenen zwei Jahren der Pandemie gefehlt?

Ich denke, das hat nicht nur mir, sondern ganz vielen Menschen sehr gefehlt. Die Atmosphäre, die auf Weinfesten und Kerben herrscht, ist etwas ganz Besonde- res. Man trifft sich mit Freunden, genießt die guten Gespräche, den Wein und die Musik. Das macht die Sommermonate in dieser Region aus. Aber ich bin mir sicher, dass die Menschen das Feiern nicht verlernt haben.

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Sie sind selbst keine Winzerin und auch ein elterliches Weingut gibt es bei Ihnen nicht. Woher kommt Ihre Leidenschaft für den Wein?

Stimmt, ich habe nicht den gleichen Hintergrund wie viele meiner Kolleginnen. Aber wenn man aus der Verbandsgemeinde stammt, kommt man um das Thema den- noch nicht herum. Wein spielt in der Region eine wichtige Rolle. Ich habe viele Freunde, die Winzer sind, und da kriegt man natürlich viel mit und kann dazulernen. Das steigert die Leidenschaft für Wein noch mal zusätzlich.

Was zeichnet die VG als Weinregion für Sie aus?

Das Thema Wein wird in jeder Ortschaft gelebt, egal wie klein sie ist. In jedem Ort gibt es Weingüter und überall finden Feste statt, bei denen Wein einfach dazugehört. Diese Leidenschaft und auch die harte Arbeit der Winzerinnen und Winzer, die dahintersteckt, prägt die Verbandsgemeinde natürlich sehr.

Wie sieht Ihr persönlicher Weingeschmack aus?

Letztes Jahr bei der Wahl habe ich gesagt, dass ich mir auf Weinfesten immer den süßesten Wein bestelle, der auf der Karte ist. Süße und liebliche Weine wie Beerenauslesen gehören auch immer noch zu meinen Favoriten, aber es darf auch ein bisschen milder sein. Hier wird ja zum Beispiel gerne Riesling getrunken und Rieslinge sind eigentlich auch immer gut.

Sie sind nicht nur als Weinkönigin aktiv, sondern engagieren sich auch ehrenamtlich bei der Offenheimer Kerbejugend und der Alzeyer Dance Society, arbeiten bei der Kreisverwaltung Alzey-Worms und absolvieren ein berufsbegleitendes Master-Studium. Woher nehmen Sie die Energie?

Da muss man schon alles gut durchplanen. Aber ich brauche das. Wenn ich nichts zu tun habe, wird mir spätestens am zweiten Tag langweilig. Rauszugehen, Kontakt zu anderen Menschen zu haben und sportlich aktiv zu sein – das ist mir einfach sehr wichtig.

Das Interview führte Daniel Holzer