In die Zeit der Römer eintauchen

Baubeginn der neuen „Steinhalle“ am Museum im Herbst

Bis spätestens 2023 zur 1 800-Jahr-Feier Alzeys soll die neue Steinhalle am Parkdeck in der Hospitalstraße fertig sein. Grafik: Stadt Alzey

13.06.2020

Ein moderner Bau, dessen Fassade mit hellgrauen Klinkerbaguettes gestaltet wird, soll die in Alzey gefundenen steinernen Funde aus der Römerzeit künftig beherbergen. Der Neubau wird rund 1,8 Millionen Euro kosten und wird mit rund 1,5 Millionen Euro aus dem Fördertopf der Europäischen Fonds für regionale Entwicklung im Rahmen der Förderung Barrierefreier Tourismus bezuschusst.
     

Imposante Architektur

Das neue Gebäude entsteht ab diesem September in direkter Nachbarschaft zum Alzeyer Museum und soll den Platz dort mit seiner aufsehenerregenden Architektur bereichern und auch zu Straße hin abgrenzen. Dafür wird der rund 15 Meter breite Treppenaufgang zwischen dem Lüftungsschacht an der Bushaltestelle und dem Beet überbaut und mit einer rollstuhlgerechten Rampe versehen.

Teil der Römerroute

So kann man künftig den Höhenunterschied von der Straße auf den Platz ohne Stufen überwinden und dabei noch ganz entspannt ins Alzey der Römerzeit eintauchen. Die beiden seitlichen Treppenaufgänge links und rechts bleiben erhalten, ebenso wie die Blickachse zum Fachwerkhaus der AZ. Für den Neubau werden lediglich sechs Parkplätze wegfallen. Komplett beendet sein soll das Projekt spätestens 2023 zur 1800-Jahr-Feier Alzeys. Die neue Steinhalle soll zudem in die Römerroute Rheinhessen eingebunden werden.

Beeindruckende Funde

Zu sehen gibt es nach der Fertigstellung in der neuen „Steinhalle“ steinerne Funde aus der Römerzeit, die bei Ausgrabungen in Alzey im Kastellgebiet von Friedrich Behn gefunden wurden. Dieser machte sich in den Jahren 1929 und 1931 hier auf die Suche nach den Spuren der Römer und entdeckte zahlreiche Großplastiken, die bis heute Schwerpunkt der archäologischen Sammlung des Alzeyer Museums sind. Beeindruckende Altar- und Weihesteine wie die neun Jupitersäulen oder auch die Altäre für Apollo Grannus oder Sirona begeistern bis heute. Den gefundenen Architekturteilen wurde sogar ein eigener Band der „Corpus Signorum Imperii Romani“, bearbeitet von Ernst Künzl, gewidmet. red/hje
     

Römerschatz

Mit der neuen Steinhalle am Museum soll dieser kulturgeschichtliche Römerschatz Alzeys, der in den vergangenen Jahrzehnten mehr und mehr aus dem Blickpunkt verschwunden war, wieder in den Fokus touristischer und bürgerschaftlicher Aufmerksamkeit gerückt werden.