Rückkehr auf Rädern
11.09.2019

Renaissance der Hausbar aus den 1950-60er Jahren

HINGUCKER: Eine Bar kann ein festes und stylishes Objekt im Raum sein. Foto: KARE Design/dpa

Die Hausbar gewinnt wieder an Bedeutung und wird zum Trendmöbel. Trendanalystin Gabriela Kaiser sieht in dieser Renaissance eine Reminiszenz an das Wirtschaftswunder. „Wir sind im Wohnbereich in einer neuen Üppigkeit unterwegs: Messing, dunkle Farben, das kommt alles aus den 50er und 60er Jahren. Damals gehörten die Hausbars dazu.“ Darüber hinaus vermittle eine gut sortierte Hausbar heute wie damals Stil und Weltläufigkeit. „Das hat auch eine Ausstrahlung von Glamour. Man setzt ja edle Kristallgläser darauf, Glaskaraffen und so weiter.“

Doch es sind nicht nur die Äußerlichkeiten, die den Trend befeuern. „Da gibt es gleich mehrere Gründe: Man kommt zu Hause in entspannter, geselliger Runde zusammen“, sagt Ursula Geismann vom Verband der deutschen Möbelindustrie. „Zudem kann man mit einer Hausbar den Genuss, sich etwas Gutes zu gönnen, richtig zelebrieren.“ Das sei aber eine Generations- und Finanzfrage: „Junge Leute mit 25 kaufen sich Gin, aber nicht Möbel dazu. Wer sich eine Hausbar anschafft, kauft ein Luxusmöbel. Es passt zu unserer Gesellschaft, weil wir ja schon alles haben“, so Geismann.

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Die neuen trendigen Barmöbel sind vielfältig – aber die lange gepflegte Standardvariante sei dabei kaum noch zu finden, berichtet Geismann. „Die Wohnzimmerschrankwand mit einer Klappe, hinter der sich die Flaschen und Gläser verstecken – das gibt es eigentlich nicht mehr.“ Inzwischen findet man eher solitäre Einzelmöbel, die sich auch als schlichtes Sideboard nutzen lassen. Außerdem gefragt: Bars auf Servierwagen. „Einen solchen Wagen kann man immer wieder woanders hinsetzen“, sagt Kaiser. Sogar in den Garten. Ein Tipp: An einigen Modellen lässt sich die Stellfläche als Tablett abnehmen und direkt an den Tisch bringen.

Ob man sich nun für eine fest installierte Bar oder einen Wagen entscheiden sollte, hängt von den Ansprüchen ab. „Für einen Gin Tonic ist der Barwagen sicher schön. Aber der Aufwand, mit sieben oder zehn Flaschen herumzufahren, ist doch schon größer“, sagt Geismann. „Für diejenigen, die mehr Auswahl haben wollen, ist das fest installierte Möbel sinnvoller.“ Die Grundausstattung besteht für Ulf Neuhaus von der Deutschen Barkeeper Union aus Wodka, Rum, Gin, Whisky und Tequila. „Brandy oder Weinbrände sind dann schon spezieller.“ Für die Spirituosen gelte grundsätzlich: „An dieser Zutat sollte man nicht sparen. Die sind die Grundlage für die Qualität des Drinks.“ Säfte solle man lieber nicht vorrätig halten, sondern zu den entsprechenden Gelegenheiten Zitronen, Orangen und Limetten besorgen, denn: „Frisch gepresste Säfte sind die besten“, so Neuhaus. Auch frische Kräuter wie Rosmarin oder Thymian gehören mittlerweile zu vielen Drinks dazu. dpa
   
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