Ohne Reue wohnen
11.09.2019

Rentner sind zufrieden im Wohneigentum

ZUFRIEDENHEIT: Wer eine Immobilie sein eigen nennt, lebt offenbar auch im Alter glücklicher in seinen vier Wänden. Foto: Uwe Annas - Fotolia

Mieter haben keine Verpflichtung? Senioren sind mit ihrem Häuschen zunehmend überfordert? Eine aktuelle Forsa-Umfrage ergab, dass die meisten Immobilienbesitzer im Rentenalter zufrieden mit ihrer Entscheidung für Wohneigentum sind.

Zwei Drittel der über 60-Jährigen in Deutschland wohnen in der eigenen Immobilie. Fast alle Wohneigentümer 60 plus würden sich wieder für die eigenen vier Wände entscheiden, belegt die repräsentative Forsa-Umfrage: 91 Prozent der Eigentümer geben an, mit ihrer Kaufentscheidung zufrieden zu sein – unabhängig von Wohnort, Wohnform (Haus oder Eigentumswohnung), Alter und Geschlecht. Die wenigen Eigentümer, die rückblickend lieber zur Miete gewohnt hätten, nennen als Hauptgründe gegen Wohneigentum „mehr Arbeit“ sowie „finanzielle Belastung“.

Überzeugte Mieter

Rund ein Drittel der befragten Altersgruppe wohnt zur Miete. Auch die Mieter sind mit ihrer Wohnsituation grundsätzlich zufrieden. Jeder Dritte von ihnen hätte jedoch lieber eine eigene Immobilie. Meistens waren es finanzielle Gründe, die vom Kauf oder Bau abgehalten haben (75 Prozent). Andere Gründe wie die Familie, zusätzliche Arbeit durch die Verpflichtung als Eigentümer oder fehlende Flexibilität wurden nur vereinzelt genannt.

Damals wie heute ist fehlendes Eigenkapital noch oft eine der größten Hürden auf dem Weg in die eigenen vier Wände. Doch der Aufwand lohnt sich: Immobilienbesitzer profitieren im Alter vom mietfreien Wohnen. Einem Rentnerhaushalt in der eigenen Immobilie steht im Schnitt rund 600 Euro mehr im Monat zur Verfügung als einem Mieterhaushalt. red

Eigenkapital hilft
Wer seine Immoblie mit wenig Eigenkapital finanziert, zahlt unter Umständen drauf. Der Grund: Banken staffeln ihre Zinssätze nach dem Beleihungsauslauf, erklärt die Zeitschrift „Finanztest“ (Heft 7/2019) der Stiftung Warentest. Topzinsen gibt es meist nur für Kredite bis zu 50 oder 60 Prozent des Kaufpreises. Wer damit nicht auskommt, zahlt einen Aufschlag.

Ein Beispiel: Ein Paar kauft eine Immobilie zum Preis von 300000 Euro. Die Laufzeit für den Kredit soll 15 Jahre betragen, die Tilgung 3 Prozent. Wird die Immobilie zu 90 Prozent finanziert (Kreditsumme 270000 Euro), werden 1,75 Prozent Zinsen fällig. Bei einer 100-Prozent-Finanzierung (Kreditsumme 300000 Euro) springt der Zinssatz auf 2,41 Prozent. Für die zusätzlichen 30000 Euro Kreditbedarf erhöht sich die Zinsbelastung über die Laufzeit um rund 27500 Euro.
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