Neuer Glanz für alte Grabstätten

Aufwendige Restaurierungsmaßnahmen abgeschlossen / Nachforschungen halten an

Hier ruht die Familie von Jakob Heeß.

3.04.2022

WESTHOFEN.

17500 Euro hat die Gemeinde Westhofen in die Restaurierung zweier denkmalgeschützter Grabmale auf dem Friedhof investieren müssen. Weil die Standsicherheit nicht mehr gewährleistet war, hatte die Denkmalschutzbehörde die Restaurierung gefordert. Viel Geld für eine kleine Gemeinde. Allerdings werten die Grabmale der Familien von Philipp See und Jakob Heeß den Westhofener Friedhof auf. Zudem gab es Spenden über 2805,94 Euro für die Sanierung des Grabmals See. Die Steinmetz Sauer GmbH hat in den letzten Monaten die Grabstätten gesichert, gereinigt, schadhafte Stellen ausgebessert und die Ornamente wiederhergestellt. Zum Teil wurden die Arbeiten auf dem Friedhof durchgeführt, zum Teil in der Werkstatt in Bodenheim. Hierzu mussten die rund zwei Meter hohen Figuren mit einem Kran abgehoben und abtransportiert werden. Frost und Wasser hatten zu Abplatzungen geführt, verschiedene Zierelemente mussten rekonstruiert und der Sockel neu aufgebaut werden.

Bei der Grabstätte von Jakob Heeß handelt es sich um eine Galvanoplastik um 1903, das Grabmal von Philipp See weist Merkmale des Jugendstils auf.

Pädagoge in Mainz

Doch welche Bedeutung hatten die beiden Männer für Westhofen? Heimatforscher Christoph Julius Johannes Grünewald erklärt: „Philipp See ist 1849 in Köppern im Taunus geboren und 1910 in Westhofen gestorben.“   
   

Die Grabstätte von Philipp See ziert ein Engel mit Metallgehäuse. Auf der Rückseite ist der Spruch „Tod ist nur, wer vergessen ist“ zu lesen. Auf dem Sockel ist die wundersame Wandlung einer hässlichen Raupe in einen schönen Falter dargestellt. Fotos: Ottfried Fehlinger
Die Grabstätte von Philipp See ziert ein Engel mit Metallgehäuse. Auf der Rückseite ist der Spruch „Tod ist nur, wer vergessen ist“ zu lesen. Auf dem Sockel ist die wundersame Wandlung einer hässlichen Raupe in einen schönen Falter dargestellt. Fotos: Ottfried Fehlinger

See sei Schulmann und Pädagoge in Mainz gewesen und galt als vaterländischer Dichter. „Zudem“, so Grünewald weiter, „genoss er die Aufmerksamkeit, die Anerkennung und das Lob des Landesherren Ludwig IV.“ Und der Vorsitzende des Heimatvereins, Julius G. Orb, ergänzt: „Durch seine Heirat mit Babette Keller war dem als Rektor in Mainz im Schuldienst stehenden Philipp See Westhofen zur zweiten Heimat geworden. Als Dichter ist er dem Gedächtnis der gegenwärtigen Generation allerdings entschwunden.“

Über Jakob Heeß konnten bisher weder der Heimatverein noch Heimatforscher Grünewald viel herausfinden. „Die Familien Heeß, Kemmel und Immel waren zu Lebzeiten maßgebliche Familien in Westhofen“, weiß Grünewald. Sie hätten unter anderem Geld für Glocken gestiftet. Mehr ist nicht bekannt.




Bitte um Unterstützung


Deshalb bittet Ortsbürgermeister Ottfried Fehlinger um Unterstützung. Wer etwas zu den Grabmalen sagen kann, sollte sich entweder mit ihm oder dem Heimatverein in Verbindung setzen. Die Gemeinde möchte QR Codes erstellen und diese an Schautafeln bei den Gräbern anbringen. So könnten Interessierte mehr über das Leben der Verstorbenen erfahren. Conny Haas