Herbst-Check für das Haus

Gebäude sollten jetzt gründlich überprüft werden

Der Blick lohnt sich: Die Herbst- und Winterwitterung wird dem Haus zusetzen. Die Bewohner sollten die Fassade vorher prüfend anschauen. Foto: Bauherren Schutzbund e.V/mag

7.09.2022

Die schöne Zeit neigt sich allmählich dem Ende entgegen. Ehe man es sich versieht, ist der Herbst und dann der Winter da. Vor den kommenden kalten Nächten und Regenfällen sollte das Haus rundum geschützt sein. Teils müssen Profis dabei helfen. „Hausbesitzer sollten möglichst zweimal pro Jahr einen Check-up der Außenhaut ihres Gebäudes vornehmen - im Frühjahr und Herbst“, rät Corinna Kodim vom Eigentümerschutzverband Haus & Grund Deutschland. Besonderer Fokus liegt auf Undichtigkeiten. Ein Überblick:

Dach: Manfred Gunkel vom Zentralverband des Deutschen Dachdeckerhandwerks rät, auf die Stellen besonders zu achten, an denen das Wasser konzentriert abgeleitet wird. „Also an Kehlen, hinter dem Schornstein und an Dachaufbauten.“ Dort sollte man besonders gründlich reinigen und nach Beschädigungen suchen. Im Rahmen ihrer Verkehrssicherungspflicht müssen Hausbesitzer darauf achten, dass von ihrem Dach keine Gefahr ausgeht. Alles muss fest sitzen. Besonders nach Stürmen sollte geprüft werden, ob Dachziegel fehlen, beschädigt sind oder ob die Dachhaut Schaden genommen hat.

Außenwände: Durch Risse und abgeplatzten Putz an der Fassade dringen Nässe und Frost ein. „Solche Schäden müssen unbedingt vor dem Winter beseitigt werden, sonst drohen teure Folgeschäden“, warnt Stefan Würzner vom Bauherren-Schutzbund. Die Dämmung kann etwa ihre Wirkung verlieren. Besonders kritische Stellen sind die Anschlusspunkte zu den Fensterbrettern.

Dachrinnen müssen frei von Laub und anderen Fremdkörpern sein, damit im Winter Regen- und Schmelzwasser gut ablaufen kann. Foto: Silvia Marks/mag
Dachrinnen müssen frei von Laub und anderen Fremdkörpern sein, damit im Winter Regen- und Schmelzwasser gut ablaufen kann. Foto: Silvia Marks/mag

Regenrinnen: Dachrinnen müssen frei von Laub sein, damit Regen- und Schmelzwasser gut ablaufen kann. Auf Dächern über Gehwegen oder Hauseingängen sind Schneefanggitter sinnvoll.

Rollläden: Automatische Rollläden frieren bei Minusgraden schnell an den äußeren Fensterbrettern fest. Die Motoren sind zu schwach, um die Rollläden zu lösen und gehen kaputt. Die Abhilfe: Ein Stück Holz oder einen Korken dazwischen legen, rät Würzner.

Holzelemente an Fenstern, Türen und Fassaden: Sind Auffälligkeiten an der Holzbeschichtung von Fenstern, Türen und Vorhangfassaden tieferliegend oder oberflächlich? Bei letzterem genügt eine gründliche Reinigung, sagt Ulrich Tschorn vom Verband Fenster + Fassade. Gibt es tiefe Risse und Blasen, setzt sich Feuchtigkeit unter die Beschichtung. Sie muss erneuert werden.

Balkon und Terrasse: Der Ablauf an Balkon und Terrasse sollte frei von Laub und Schmutz sein. Sonst fließt das Wasser nicht ab und sucht sich Wege unter Fliesen, Bodenplatten oder ins Mauerwerk, so Kodim.

Fallrohre und Dachabläufe: Undichte Rohren sollten Hausbesitzer umgehend reparieren. Schäden können große Probleme bereiten, wenn austretendes Wasser über längere Zeit an der Fassade herunterläuft. An Frosttagen kann das gestaute Wasser zu Eis gefrieren – und die Rohre platzen. mag