Fair Fashion in Mainz
25.09.2018

Neue Konzepte, überraschende Kooperationen und frische Schnitte machen Lust auf mehr

From Waste to Style“-Event in der Zweitstelle. Foto: Christine Kuncker

Von der Herstellung der Stoffe bis zum Einkauferlebnis: Für die Mainzer Fair-Fashion-Szene gehen Mode mit Wertschätzung und Menschlichkeit Hand in Hand. Dabei sind die Styles und Labels alles andere als von gestern, vorbei ist die Zeit des Jutesackklischees. Neue Konzepte, überraschende Kooperationen und frische Schnitte machen Lust auf mehr.

Body-Positivity Influencerin Brit Moritzer in Herzgut. Foto: deinherzgut.de

„Wir sind eine Store-WG“ steht auf der Tafel vor dem Laden Klotz & Quer am Gartenfeldplatz. Betritt man den Raum sieht man Wohnaccessoires und jede Menge nachhaltige Mode. „Wir möchten unser Wissen bündeln und einen Kulturraum schaffen“, sagt Judith, Gründerin von jas.slow fashion. Gemeinsam mit Susanne von Klotz & Quer sowie Dominik vom Label Jeckybeng entwickelt sie Konzepte, die Mode, Literatur und Gastronomie miteinander verbinden sollen. Jeckybeng ist dabei mit seinem Urban-Outdoor-Stil für Mann und Frau ein echter Geheimtipp in Mainz. Weiter in der Kurfürstenstraße findet man den Second-Hand-Laden Zweitstelle von Jana Blume. „Mir geht es darum, dass sich jeder bei mir wertgeschätzt fühlt, unabhängig von Alter, Geschlecht oder Hautfarbe - jeder Mensch ist auf seine Weise schön“, sagt Jana. Dabei versteht sie es, mit viel Liebe und Gespür für Stil aus ihrem Repertoire Modeschätze für den Kunden herauszusuchen. Handgemachte Upcycling-Taschen aus indischen Saris findet man im Grinskram in der Lessingstraße. „Eine Freundin aus Mainz hat sich verliebt, ist ihrer Liebe nach Indien gefolgt und nun hat sie ein soziales Sari-Projekt aufgebaut“, erzählt Thomas, der zu jedem seiner Produkte eine Geschichte erzählen kann. Wer sich für Streetware interessiert, geht schräg über die Straße: Bei Päfjes gibt es T-Shirts und Hoodies mit eigenem Design und wasserbasiertem Siebdruck, die eigene Druckwerkstatt befindet sich direkt im Laden. Ledertaschen und Kleidung, sozialverträglich auf Bali hergestellt, bietet Miriam von The Statement Thing in der Augustinerstraße an. In ihrer Boutique sind ebenfalls die T-Shirts des frisch gegründeten Mainzer Labels Herzgut zu entdecken. Für die Gründerinnen Yasmine und Eva stand außerfrage ihr Konzept nachhaltig zu gestalten. Mit ihren fairen T-Shirts unterstützen sie zudem die Bewegung der Body-Positivity und bieten diese auch in Übergrößen an. Ein wenig versteckt in der Inselstraße aber voll mit geschmackvollen Wohnaccesoires und nachhaltigen Labels ist die Boutique Kohnoa. Vor zwölf Jahren gegründet, gehört Kohnoa zu den Nachhaltigkeitspionieren in Mainz. Mit ihrem Eventkonzept konnte VinoKilo schon Hunderte für Second-Hand begeistern und sensibilisieren.

Die Fair-Fashion-Szene bietet ein außergewöhnliches Einkaufserlebnis an und macht neugierig auf nachhaltige Mode. Immer wieder finden gemeinsame Events statt, die mit viel Leidenschaft und Liebe realisiert werden. In Mainz gilt es über 40 Fair-Fashion-Läden zu entdecken. Einen Überblick gibt der Führer „Öko-sozial shoppen in Mainz“ unter fairtrade-stadt-mainz.de. Von Tatiana Herda Munoz

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