Dekorativer Blickfang
11.09.2019

Die frei stehende Badewanne ist sogar im kleinen Bad möglich

AUSBLICK: Wer kann, stellt die frei stehende Badewanne ans Fenster. Foto: VDS/Keuco/dpa

Die Badewanne mitten im Raum ist begehrt. Wer die Möglichkeit hat, stellt sie sogar ans Fenster, mit Blick ins Freie. Die Planung und Installation ist aber besonders. Und die Wanne hat nicht überall Platz.

Ab sechs Quadratmetern möglich

Eine frei stehende Badewanne braucht mehr Platz als die Eckwanne, damit sie rundum zugänglich ist und als Dekorationsobjekt wirken kann. Trotzdem: „Möglich ist, eine frei stehende Wanne schon in kleinen Bädern mit sechs bis acht Quadratmetern zu installieren. Allerdings steht die Wanne dort sehr nah an der Wand“, sagt Thilo Dreyer von Aqua Cultura, einer Vereinigung von Badeinrichtern. Besser sind zehn Quadratmeter und mehr. „Das Minimum von der Wannenkante zur Wand beträgt zehn Zentimeter Abstand, bei steileren Wannen sind es 20 Zentimeter“, erklärt der Experte. In beiden Fällen kann die Armatur an der Wand bleiben. Soll die Wanne näher zur Raummitte stehen, empfiehlt Stefan Würzner vom Bauherren-Schutzbund einen Abstand von mindestens 50 Zentimetern zu allen Seiten. „Erst dann wirkt sie wirklich frei stehend“, sagt er. Ab einem Meter wird laut Dreyer eine ebenfalls frei stehende Armatur benötigt.


„Möglich ist, eine frei stehende Wanne schon in kleinen Bädern..“

THILO DREYER
VON AQUA CULTURA

Häufig ist ein Podest nötig

Eine frei stehende Badewanne braucht Wasserzu- und -abläufe im Boden. Aber: Für die Abzweigungen von Trink- und Abwasserleitungen muss genügend Höhe im Fußbodenaufbau vorhanden sein, erklärt Würzner. Sonst lassen sich darin die Rohre nicht versenken. „In neueren Bauten gibt es einen höheren Estrich, wo man die Rohrleitungen besser einbringen kann“, erläutert der Bad-Experte Dreyer. „Sind die Bauten älter und stammen zum Beispiel aus den 60er Jahren, ist die Estrichhöhe häufig niedriger. Hier hilft man sich häufig mit einem Podest aus, unter dem die Abflussleitungen dann versteckt werden, bis sie auf das Abflussrohr an der Wand treffen.“

Würzner gibt aber zu bedenken, dass ein solches Podest ziemlich groß sein kann, wenn es weite Teile des Raumes abdeckt. Sein Rat bei niedrigem Estrich: „Den Fußboden insgesamt etwas höher ziehen, so dass eine Stufe von der Diele ins Bad entsteht.“

Auch die Armatur braucht andere Voraussetzungen: „Ihr Anschluss und Durchstoß erfordern eine besondere Abdichtung des Bodens“, erklärt Bau-Experte Würzner. Im Vergleich zu Abwasserrohren seien Trinkwasserleitungen zwar dünner, nur werden sie nicht an der Wand hoch geführt. Sie liegen im Fußbodenaufbau, wo sie an die Standarmatur angeschlossen werden. dpa
   
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