Das kleine New-Work-Glossar – neue Begriffe kurz erklärt

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Bottom-up, bitte wie?

Das Team sammelt sich zum morgendlichen Check-in: Mit „New Work“ kommen auch viele neue Begrifflichkeiten in den Arbeitsalltag. Foto: Westend61/mag

In der Arbeitswelt ist immer häufiger von „New Work“ (neues Arbeiten) die Rede. Was eigentlich genau dahinter steckt, weiß aber längst nicht jede und jeder. Das legt zumindest eine Onlineumfrage des Recruiting-Software-Unternehmens Softgarden nahe. 41 Prozent der rund 3560 Befragten gaben darin an, dass ihnen der Begriff unbekannt ist. Wirklich verwunderlich ist das nicht, denn New Work ist ein „Sammelbegriff, mit dem verschiedene, meist alternative Arbeitsmodelle und -formen umschrieben werden“, so eine Definition des Haufe-Verlags. Rund um die neuen Arbeitswelten haben sich eine Menge Begriffe in den Joballtag eingeschlichen, die häufig erklärungsbedürftig sind. Ein Überblick:Agilität: „Agilität beschreibt die Anpassungsfähigkeit von Unternehmen an äußere Veränderungen“, sagt Anke Neldner vom Verbund Freier Trainer und Coaches (VfTC). Der Bedarf wird derzeit mehr als deutlich: Unternehmen seien durch die Corona-Pandemie mehr oder weniger gezwungen, in Bereichen, wo es möglich sei, mobiles Arbeiten zu ermöglichen, sagt sie. Agilität bedeutet auch: „Weniger in Silos denken und in sehr kurzer Zeit ausloten, was das Beste für den Kunden oder fürs Produkt ist“, sagt Annabelle Jenisch, Head of Growth der Agentur TLGG und TLGG Consulting. Sind Verbesserungen möglich, heißt es: die neue Richtung einschlagen. 

Bottom-up-Prinzip: Nicht mehr die Vorgesetzten geben den Mitarbeitenden Ideen oder Ziele vor, sondern die Beschäftigten tun das selbst. Dieses Prinzip ist nicht unbedingt auf ein Team oder eine Abteilung beschränkt. „Von unterster Ebene bis hinauf ins Management geben Mitarbeitende wichtige Impulse“, so Neldner. Etwa dann, wenn Kunden mit einem Produkt unzufrieden und Verbesserungen nötig sind.

Check-in: Check-in bedeutet, dass jeder einzelne Beschäftigte erst einmal in einem Meeting ankommt. „Dabei geht es um den Menschen als Ganzes“, sagt Jenisch. Jedes Teammitglied ist aufgefordert, mitzuteilen, wie es ihm geht. „Beschäftigte sollen durchaus ihre Sorgen und Probleme benennen“, so Neldner. Dafür bedarf es aus ihrer Sicht psychologisch geschulte und im Coaching ausgebildete Führungskräfte, die in der Lage sind, auf die Mitarbeitenden einzugehen, damit sie sich gut aufgehoben fühlen.

Design Thinking: „Das ist eine agil-kreative Methode, um zu einer Lösung für komplexe Aufgaben zu kommen“, erläutert Neldner. Gleich mehrere Abteilungen eines Unternehmens setzen sich mit den Nutzerbedürfnissen an ein Produkt auseinander. Interdisziplinäre Zusammenarbeit ist an der Tagesordnung. Dabei fließen viele Ideen und unterschiedliche Sichtweisen ein. Man testet und verwirft, probiert Neues aus, bis es die passende Lösung gibt.

Kanban: „Das ist ein Element aus dem agilen Projektmanagement“, erläutert Jenisch. Das japanische Wort „Kanban“ bedeutet „Karte“. Es geht darum, mit Karten digital in einem sogenannten Kanban-Board den Arbeitsstand eines bestimmten Projektes zu visualisieren. Das Board unterteilt sich in mehrere Spalten, etwa „To-do“, „in Bearbeitung“ oder „erledigt“. Hier tragen die Teammitglieder die Projektaufgaben ein. „So wird auf einen Blick deutlich, wie weit das Vorhaben fortgeschritten ist und wo es womöglich hakt“, sagt Neldner.

Lean Leadership: Hierbei geht es laut Neldner darum, Unternehmensprozesse zu optimieren, nachhaltiges Handeln hat Priorität: „Führungskräfte und Beschäftigte hinterfragen die Unternehmensprozesse permanent.“ Bei Lean Leadership verstärkt der Faktor Mensch im Vordergrund. Führungskräfte handeln nach dem Grundsatz „Befähigen statt Belehren“ und motivieren ihre Mitarbeitenden dazu, das Beste aus sich herauszuholen. Das soll die Leistungen des gesamten Unternehmens verbessern.

VUCA: VUCA ist ein Akronym für die Begriffe „volatility“ (Volatilität), „uncertainty“ (Unsicherheit), „complexity“ (Komplexität) und „ambiguity“ (Mehrdeutigkeit) und umfasst damit die fehlende Planbarkeit in einer sich schnell wandelnden Welt. Auch die Arbeitswelt werde immer komplexer und weniger vorhersehbar, so Jenisch. Unternehmen müssten sich darauf einstellen und agil handeln. Heißt: Ohne VUCA gäbe es keine New Work. mag

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